Deutsch als Fremd- und Fachsprache

Anti-Bias-Workshop für Studierende

Termin: 30.11.2022 | 10.00 Uhr (s.t.) – 17.00 Uhr
Voranmeldungen obligatorisch unter https://isis.tu-berlin.de/course/view.php?id=30197
Teilnehmerzahl: begrenzt (20 Personen max.)

Voreingenommenheiten, gesellschaftlich verbreitete Bilder, Vorurteile, aber auch unsere Erfahrungen beeinflussen, wie wir anderen Menschen begegnen. Dies kann echte zwischenmenschliche Kontakte verhindern und dazu beitragen, dass Personengruppen benachteiligt, diskriminiert und verletzt werden.

Der Anti-Bias-Ansatz (englisch „gegen Vorurteile, Voreingenommenheit, Einseitigkeit") wurde in Südafrika entwickelt, um nach der Abschaffung des rassistischen Apartheid-Systems auch Rassismus und andere Diskriminierungsformen im Alltag und in den Institutionen des Bildungs- und sozialen Bereichs zu bekämpfen. Anti-Bias richtet sich an alle Menschen in ihren vielfältigen Zugehörigkeiten und Rollen als Betroffene und Ausübende von Vorurteilen und Diskriminierung.

In diesem eintägigen Workshop wollen wir uns eigene Voreingenommenheiten und Vorurteile bewusst machen, damit diese unser Handeln nicht unbewusst beeinflussen. Wir werden uns auch mit unserer gesellschaftlichen Machtposition auseinandersetzen und verschiedene Diskriminierungsformen kennenlernen, mit dem Ziel, diese zu erkennen und zu vermeiden und uns selbst in unseren diskriminierten Positionen zu stärken, zu empowern.

Methoden: Der Workshop wird interaktiv sein, d.h. Teilnehmer*innen werden sich über ihre eigenen Lebenserfahrungen, Gedanken und Gefühle austauschen. Dazwischen wird es kurze theoretische Inputs geben.

Themen:

  • eigene Voreingenommenheiten und gesellschaftlich verbreitete Stereotype
  • Funktionsweise, Funktionen und Wirkungen von Stereotypen und Vorurteilen
  • die eigene Machtposition in lokalen und gesellschaftlich/globalen Strukturen
  • Diskriminierung: Kategorien, Definitionen, Ebenen
  • eigene Identitätsvielfalt und Ressourcen
  • Fallbeispiele von Diskriminierung im Hochschulkontext, Handlungsstrategien erarbeiten

Trainer*innen:

Constanze (Conni) Schwärzer-Dutta ist seit zwölf Jahren als Anti-Bias-Trainerin und Beraterin an Universitäten, bei NGOs, Behörden und Unternehmen unterwegs. Sie bringt ihr Wissen als Politikwissenschaftlerin, ihre Lebenserfahrung als behinderte Frau, die Reflexion ihrer Privilegien als weiße deutsche Person, ihre Erfahrung als rassismuskritische feministische Aktivistin und ihren Wunsch nach Liebe und Gerechtigkeit in ihre Arbeit ein.

Robel Afeworki Abay ist Doktorand am Zentrum der Inklusionsforschung (ZfIB) der Humboldt-Universität zu Berlin und forscht zu Verwobenheiten von Rassismus und Ableism im Zugang zu Erwerbsarbeit von BIPoC mit Behinderungserfahrungen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten für Vorträge, Seminare und Workshops gehören u.a.: Anti-Bias und Diversity Trainings, Intersektionalität, Ableism und Rassismus, Diskriminierungssensible Bildungsarbeit, Partizipative Forschung. Zudem ist Robel Co-Sprecher der Fachgruppe "Flucht, Migration, Rassismus- und Antisemitismuskritik (Migraas)" der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA). Dort beschäftigt er sich insbesondere mit der Entwicklung rassismuskritischer Hochschulstrukturen in Deutschland.