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Wir trauern um Prof. Dr. Jörn Müller (1936 – 2024)

Das Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin trauert um Professor Dr. Jörn Müller. Jörn Müller wurde am 26. April 1936 in Küstrin geboren. Nach Schuljahren in Küstrin, Oberstdorf, Celle und Erlangen erwarb er 1956 in Berlin die allgemeine Hochschulreife. Nach dem Studium der Chemie an der Technischen Universität Berlin und der Ludwig-Maximilians-Universität München in den Jahren 1956 bis 1962 erstellte er seine Diplomarbeit beim späteren Nobelpreisträger Prof. E. O. Fischer an der LMU München. Für seine Doktorarbeit verblieb er in München und arbeitete von 1962 bis 1964 bei Prof. E. O. Fischer zum Thema „Neue Synthesemethoden für Metall-π-Komplexe mit Arenen und Olefinen“. 1964 erfolgte die Promotion zum Dr. rer. nat. In den Jahren 1965/66 forschte Jörn Müller an der Universität Liège, Belgien, als Postdoktorand bei Prof. L. D'Or über Grundlagen und Anwendungen der Massenspektrometrie. Zurück in München kombinierte er seine Arbeiten auf den Gebieten der metallorganischen Chemie und der Massenspektrometrie und habilitierte sich 1969 für Chemie an der TU München mit der Arbeit „Massenspektrometrische Untersuchungen an Organometallverbindungen“.

1975 wurde Jörn Müller zum Ordentlichen Professor für Analytische Chemie an der Technischen Universität Berlin berufen. Während er in der Lehre die Analytische Chemie in ihrer Breite im Grund- und Hauptstudium vertrat, führte er seine Arbeiten zur Massenspektrometrie und Metallorganik in Forschung und betreuten Abschlussarbeiten weiter. Darüber hinaus erweiterte er seine Arbeitsgebiete unter anderem in den Bereich der Archäometrie unter Verwendung von geeigneten Methoden für die Verteilungsanalytik. Einen Ruf an die Universität Konstanz im Jahre 1984 lehnte Jörn Müller ab. 1986 wurde er zum Gastprofessor an der Zhejiang University, Hangzhou, China, ernannt.

Im Oktober 2004 erfolgte die Emeritierung an der Technischen Universität Berlin. Auch nach der Emeritierung blieb Jörn Müller dem Institut für Chemie erhalten und unterstützte seinen Nachfolger insbesondere in der Lehre noch einige Jahre durch die Weiterführung von eigenen Lehrveranstaltungen. Dies geschah immer auf die angenehmste und unaufdringlichste Art und Weise. An vielen Tagen konnten man bereits früh morgens und noch spät am Abend sein Auto auf dem Parkplatz vor dem Institut finden.

Mit Gründung des Forums „Seniorexperten Chemie“, SEC, der Gesellschaft Deutscher Chemiker, GDCh, im Jahr 2006 engagierte sich Jörn Müller in dem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der SEC. Die Zielsetzung des Arbeitskreises, „das Expertenwissen und die Lebenserfahrung der Seniorchemiker ehrenamtlich dafür einzusetzen, den Begriff Chemie für die Allgemeinheit erklärbarer zu machen“, lag ihm am Herzen. Für den Arbeitskreis koordinierte er seit 2010 die Beitragsreihe „Pro und Contra“ in den „Nachrichten aus der Chemie“, der Zeitschrift der GDCh, und vertrat die SEC mit Beiträgen auf dem GDCh-Wissenschaftsforum Chemie, als SEC-Lecturer und im Zeitraum 2013 – 2019 im Kuratorium der „Nachrichten aus der Chemie“. Bis 2009 arbeitete er außerdem in der Akkreditierungskommission der ASIIN, einer Akkreditierungsagentur für Studiengänge u. a. in den Naturwissenschaften. Im Jahre 2013 wurde Jörn Müller mit der Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für Massenspektrometrie (DGMS) ausgezeichnet.

Das Engagement von Jörn Müller als akademischer Lehrer und Wissenschaftler und seine freundliche und zuverlässige Persönlichkeit waren für das Institut vorbildlich. Das Institut für Chemie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

© Jörn Müller