Technische Universität Berlin

„Was ich an der TU Berlin gelernt habe, konnte ich in meinem späteren Leben sehr gut nutzen“

Volkan Pasiner erhielt vor über 50 Jahren seinen Universitätsabschluss an der Technischen Universität Berlin

Wie fühlte sich „Studieren“ in den 1960er-Jahren, also vor über 50 Jahren, an? TU-Alumnus Volkan Pasiner kann darüber viel erzählen. Er kam 1962 aus der Türkei an die Technische Universität Berlin (TU Berlin), um Maschinenbau zu studieren. Die deutsche Sprache war für ihn kein Problem: Im Gepäck hatte er ein deutschsprachiges Abitur aus Istanbul. Er wählte Berlin, da ein Schulfreund bereits in der Metropole studierte und Pasiner den Studienort empfahl. In einem ersten Anlauf wurde Pasiner an der TU Berlin abgelehnt – aufgrund seines Abiturzeugnisses, auf dem durch einen schlecht lesbaren Druck schwer erkennbar war, ob Pasiner die deutsche Sprache beherrschte oder nicht. Ein deutscher Freund von Pasiner ermutigte ihn dennoch, persönlich am Maschinenelemente-Lehrstuhl vorzusprechen. Zusammen argumentierten sie, dass Pasiner der deutschen Sprache durchaus mächtig sei und die Studienanforderungen erfüllen könnte. Mit Erfolg: Der Ablehnungsbescheid wurde zurückgenommen und ein Zulassungsbescheid ausgestellt.

Alltag in Berlin

Das Leben neben dem Studium war des Öfteren mit Herausforderungen verbunden. Zum Beispiel war die Wohnungssuche damals ähnlich schwierig wie heute. Dennoch nahm Pasiner auch diese Aufgabe an und kann dies mit alltagsnahen Anekdoten belegen. Bei der Suche freundete er sich etwa mit einer potenziellen Vermieterin an, obwohl sie ihm ein Zimmer zur Untermiete zunächst nicht vergeben wollte. „Damals gab es nicht viele türkische Studierende in Berlin und man musste sich erstmal kennenlernen und verstehen“, erklärt Pasiner. Ihre ursprünglichen Vorbehalte legte sie vollkommen ab, als sie Pasiner kennenlernte. Anlässlich eines Besuchs von Pasiner feierten die beiden schließlich sogar Weihnachten zusammen.

Vorteile im Studium

Mit dem Studium selbst war Pasiner sehr zufrieden. Er lernte bei vielen namhaften Professoren, zum Beispiel bei Prof. Dr.-Ing. István Szabó, Autor des Grundlagenbuchs „Technische Mechanik“. „Sie waren alle eine Marke“, resümiert Pasiner lächelnd. Schon vor seinem Abschluss des Studiums bewarb er sich initiativ bei den Borsig-Werken und profitierte davon, dass ein wissenschaftlicher Assistent, der vorher zusammen mit Pasiner am Kältetechnischen Lehrstuhl an der Technischen Universität Berlin gearbeitet hatte, ihn wiedererkannte und direkt einstellen wollte. So konnte er im Jahr 1969 für einige Zeit 1490 Mark im Vergleich zu 400 Mark Monatsgeld vorher verdienen.

Angekommen im Berufsleben

Pasiner erhielt nach 13 Semestern am 20. August 1969 sein Diplom. Auch wenn Pasiner an einem Berufsleben in Berlin sehr interessiert war, fing er nach seinem Studium in dem Unternehmen seines Vaters in der Türkei an. Dort erweiterte er die Geschäfte und konnte vielzählige Kontakte zu deutschen Firmen pflegen. Als Absolvent der Fachrichtung Verfahrenstechnik baute er in seiner 40-jährigen Karriere zahlreiche schlüsselfertige Anlagen – oftmals in Kooperation mit deutschen Firmen. Er kann rückblickblickend sagen: „Es hat auf jeden Fall viele Vorteile gebracht, an der TU Berlin studiert zu haben. Für meine berufliche Laufbahn war es sehr viel wert.“