Institut für Architektur

Auszeichnungen am IfA

Baunetz Campus Masters – 1. Platz: "Agri-Kultur-Zentrum-Grünau"

Transformation einer Konsum-Kaufhalle
(November/Dezember 2023)

von Philipp Wehrstein, Jonathan Wiedemann

Das "Agri-Kultur-Zentrum-Grünau" ist ein interkulturelles Stadtteilzentrum, das den Wohnkomplex 7 in Leipzig Grünau wieder zu einem lebendigen, lebenswerten Viertel umgestalten möchte. Dabei wird eine ungenutzte Konsum-Kaufhalle als Ausgangspunkt, eine wertvolle Bestandsressource.
Das Zentrum fördert die Bildung einer aktiven und engagierten Gemeinschaft unter den Bewohner:innen des Wohnkomplexes 7 in Grünau. Ziel ist die Revitalisierung der Grünflächen in Grünau und WK7, um sie für Anwohner:innen zugänglicher zu machen und ungenutzte Freiflächen zu aktivieren.
Mit unserem Projekt möchten wir den Bewohner:innen sowohl theoretisch als auch praktisch die Werkszeuge in die Hand geben, um das "Grün(au)" von morgen zu gestalten. Wir glauben, dass Themen wie der Umgang mit Natur, Grünflächen und Ernährung für Menschen aller Generationen, Bildungs- und Kulturgruppen relevant und zugänglich sind. Somit können alle Akteursgruppen vor Ort mitwirken und aktiv Teil der Gemeinschaft werden.
Das Programm gliedert sich in drei Abschnitte: Produzieren, Vermitteln und Erfahren. Im ersten Abschnitt geht es darum, die Flächen zu gestalten, zu bepflanzen und zu pflegen. Hierzu gehört aber auch, die dann geernteten Lebensmittel weiterzuverarbeiten. Im zweiten Abschnitt widmet sich dasProjekt der Vermittlung von Wissen rund um Natur, Landwirtschaft und Ernährung. Hier können die Bewohner:innen an Workshops und Seminaren teilnehmen und sich mit anderen austauschen. Im dritten Abschnitt geht es darum, das Geschaffte erfahrbar zu machen und die Früchte der Arbeit zu ernten.

Das Agri-Kultur-Zentrum Grünau ist mehr als nur ein Ort an dem Lebensmittel angebaut werden. Es ist auch ein Ort des Austauschs und der Gemeinschaft. Das Gebäude selbst dient als Katalysator des Programms und bietet einen Raum, um die Zukunftsvisionen der Bewohner:innen
umzusetzen. Das Projekt ist als fortlaufender Prozess zu verstehen und möchte langfristig dazu beitragen, dass Grünau und WK7 zu einem lebenswerten Wohnort mit einer aktiven und engagierten Gemeinschaft wird.

Insgesamt ist das Agri-Kultur-Zentrum Grünau ein Ort, der die Bewohner:innen des Wohnkomplexes 7 in Grünau unterstützt, eine aktive und engagierte Gemeinschaft zu bilden. Es soll die Grünflächen von Grünau und insbesondere des WK7 wiederbeleben und für die Anwohner:innen zugänglicher machen. Dabei soll das Projekt langfristig den Bewohner:innen die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiterzugeben und somit selbst zu Multiplikator:innen zu werden.

Text von Philipp Wehrstein und Jonathan Wiedemann.

Baunetz Campus Masters – 2. Platz: "Resilientes Denkmal - Schule als Gemeingut"

Das Oberstufen-Schulzentrum Berlin Wedding
(November/Dezember 2023)

von Anna Okon, Maxi Anja Groß

Ikonischer 1970er-Jahre Bestand
Das Gebäude des OSZ Wedding vom Architekturbüro Pysall, Jensen, Stahrenberg im Berliner Brunnenviertel ist Zeugnis der idealistischen schulreformatorischen Bewegung aus den 70er Jahren. In seinem auffallend orangenen und industriell anmutenden Pop-Art Erscheinungsbild prägt es das umgebende Wohnquartier, das aus dem Sanierungsgebiet Brunnenviertel hervorgegangen ist. So wie vielen anderen Ikonen der 70er Jahre-Moderne droht dem seit nun 12 Jahren leerstehenden Schulgebäude fortschreitender Verfall und Abriss.
Obwohl es mit seinen öffentlichen Quartiersfunktionen einen Ankerpunkt in der Nachbarschaft bildete und bis heute ein großes Identifikationspotenzial birgt, fehlt der politische Wille, den Standort wiederzubeleben. Die seit Jahren bestehende Diskussion über den Umgang mit dem Gebäude findet im Spannungsfeld zwischen finanz- und bildungspolitischen, architektur- und denkmalpflegerischen sowie gesellschaftlichen Sichtweisen statt. Mit der neuen Zusammensetzung des Berliner Senats 2023 gewinnt die Debatte nun erneut an Aktualität.

Diese Arbeit zielt darauf ab, den Standort aus Gründen des akuten Schulplatzmangels und im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit dieser baukulturell wertvollen Bausubstanz instand zu setzen und mit einem Erweiterungsbau zu einem quartiersintegrierten Bildungszentrum zu ergänzen.

Schule als Gemeingut
Neben der Reaktivierung der ursprünglich öffentlichen Einrichtungen (Bibliothek, Schulforum, Volkshochschule) soll die sozialräumliche Öffnung durch ein interaktives Nachbarschaftszentrum ergänzt werden, welches die bereits bestehenden Nachbarschaftsaktivitäten bündelt. Eine neue Mensa mit angrenzendem, öffentlichen Café zielt auf informelle nachbarschaftliche Vernetzung und im Sinne eines breiter gefassten Bildungszentrums wird eine Kita, Nachhilfeschule, Mitmach-Werkstatt und ein Schreibwarenladen ergänzt.
Die umgebenden Außenflächen werden zum öffentlichen Raum und stellen mit gezielter Vegetationsplanung ein vorteilhaftes Mikroklima sowie ökologisch wertvolle Stadträume zur Verfügung. Diese bieten zudem Raum für großformatig angelegte Erdwärmegewinnung, die zusammen mit solaren Energiesystemen auf den Dachflächen das Bildungszentrum zum Knotenpunkt eines quartiersweiten Energiekonzeptes machen.

Resilientes Denkmal
Trotz der Anpassung des Bestandsgebäudes an pädagogische, energetische und ökologische Standards wird im Sinne der Denkmalgerechtigkeit der idealistische Grundgedanke des Ursprungsentwurfes, seine Grundstruktur und das äußere Erscheinungsbild gewahrt. Die Innenraumqualität wird durch die Anpassung des Raumprogramms an das Berliner Compartmentschul-Prinzip und durch das Abtragen von vier Deckenfeldern zugunsten eines Lichthofes aufgewertet, dessen Achsen durch den Ergänzungsbau aufgenommen werden. Dieser ordnet sich im Erscheinungsbild dem Denkmal unter und übernimmt eine vermittelnde Position zwischen Denkmal und zukunftsgewandter Bildungsarchitektur.

Text von Anna Okon und Maxi Anja Groß.

gif Immobilien-Forschungspreis 2023 – 2. Preis: "Die Entwicklung des Areals der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen im Lenninger Tal"

Masterthesis von Lisa Rebecca Schmidt

Die 1769 gegrün­dete Papiermühle, in der zu Beginn nur wenige MitarbeiterInnen an einer Handbütte produzierten, wuchs zu einem Unternehmen mit über 2000 MitarbeiterInnen heran und war der wichtigste Arbeitgeber im Lenninger Tal. Das Unternehmen belieferte unter anderem die NASA mit feuerfestem Papier und den Vatikan mit Kunstdruckpapieren.

Nach der Insolvenz der Firma Scheufelen und dem Stillstand der letzten Papiermaschine im Jahr 2022, stellte sich die Frage nach der Zukunft des zur Disposition stehenden 22 Hektar großen Papierfabrikareals. Welche Nachnutzungen sind an diesem Standort sinnvoll?

Die Gemeinde Lenningen liegt inmitten der geschützten Natur des Biosphärengebiets Schwäbische Alb in der Stadtregion Stuttgart und damit im Einzugsgebiet der Internationalen Bauausstellung 2027. Die bauliche Substanz des Areals setzt sich aus zahlreichen erhaltenswerten, zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden mit hohem baukulturellem Wert, zusammen.

Die Masterarbeit stellt eine Projektentwicklungs- bzw. Machbarkeitsstudie mit drei möglichen Szenarien dar, die aufzeigen soll, welche Möglichkeiten das Areal für die Zukunft des gesamten Tals bereithält.

Das erste Szenario erhält wenig Bestand, schafft dafür entlang des Flusses Lauter viel Wohnraum. Im zweiten Szenario entwickelt sich das Areal zu einem Campus für nachhaltige Materialien und Verpackungstechnologien unter Erhalt eines Großteils der Bestandsgebäude und im dritten Szenario wird aus dem Industrierelikt ein Biosphärenpark, der das Areal mit der naturgeschützten Umgebung verwebt.

Die Arbeit kann als Diskussionskatalog verstanden werden, deren Bausteine sich auch einzeln umsetzen ließen und ist den Lenninger BürgerInnen gewidmet.

Masterthesis Auszug:

Scheufelen-Papierfabrik, Lenningen - Baden-Württtemberg
Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb und in der Stadtregion Stuttgart
WIE KANN DIE NACHHALTIGE TRANSFORMATION EINES ZUR DISPOSITION STEHENDEN INDUSTRIEAREALS IM LÄNDLICHEN RAUM AUSSEHEN?

Kontakt:

Lisa Rebecca Schmidt
Lisa.r.schmidt@gmx.de

AIV-Schinkel Wettbewerb 2023 für Sonderpreis Kunst Projekt "Wie Wir Zusammen Alt Werden"

Anfang der 1970er Jahre wurde ein ungewöhnliches Bauvorhaben im Berliner Stadtteil Wilmersdorf realisiert. Ein auf einer Autobahntrasse erbauter, 600 Meter langgezogener Wohnkomplex, der sich 46 Meter hoch in Richtung Süden über das Stadtbild erhebt. Treppenartig angelegte Wohnriegel, die über und seitlich neben der Autobahn verlaufen und sich in den unteren Etagen in offenen Wohnterrassen auffächern, wecken eher Erinnerungen an ein Kreuzfahrtschiff als an ein Wohnhaus. „Die Schlange" ist ein architektonisches Monument für den Autoverkehr und eine materialisierte Sozialutopie gleichermaßen - Über1500 Sozialwohnungen dienen circa 3000 Menschen als Zuhause, während sich durch das Innere des Gebäudes der Verkehr seinen Weg bahnt. Für den Architekten Georg Heinrichs war das Leitbild der gemischten Stadt, besonders in sozialer Hinsicht ausschlaggebend. Der Komplex ist so geplant, dass er eine eigene kleine Stadt darstellt. Neben den Wohnungen gab es einen Supermarkt, ein Kulturzentrum, Cafés, Restaurants und Spielplätze. Die treppenartig angelegten Terrassen oder Balkone an jeder Wohneinheit sollten allen den Zugang zu Luft und Grün ermöglichen. Mit ihren Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten in und um das Gebäude sollte sich die Schlange nach dem Erstbezug 1980 als eigener Kiez entwickeln. Im Herbst 2022 haben wir begonnen, die Schlange filmisch zu dokumentieren. Wir wollten verstehen, wie Mensch und Architektur hier heute, gut 50 Jahre nach Fertigstellung, als räumliches Gefüge zusammenwirken. Auf unserer fast zweimonatigen Reise durch und um das Gebäude, haben wir uns mit ihm vertraut gemacht und sind Teil der Gemeinschaft geworden, die es belebt. Wir haben entdeckt, wie die Schlange und ihre Bewohner*innen gemeinsam altern und wie in
diesem Prozess sozialer Zusammenhalt und materieller Verfall nebeneinander existieren.

Wie Wir Zusammen Alt Werden" zeigt unsere Entdeckungen in einem Film. 11 Geschichten geben Einblicke in Situationen, die uns während unserer Reise durch die Schlange begegnet sind. Das Projekt soll so eine soziologische und visuelle Landkarte dieses außergewöhnlichen Ortes zeichnen und die Beständigkeit dieser Sozialutopie aus den 70er Jahren hinterfragen.

Studierende: Louis Speer und Kilian Schneider

AIV-Schinkel Wettbewerb 2023 Preis für Kategorie Landschaftsarchitektur Projekt "Aufkläranlage"

Die Jury Bewertung lautet:

"Die Verfasser*innen kreieren mit der „AufKläranlage“ ein Leitthema, welches die Stadtgesellschaft für das Thema der (Ab-)Wasserwirtschaft in der Stadt sensibilisiert: Die Integration einer Pflanzenkläranlage auf dem erhaltenen Brückenbauwerk der A 104 sowie die Setzungen in den Stadträumen um das Brückenbauwerk kreieren neue räumliche Qualitäten, Verbindungen und Funktionen im Freiraum.(…) Die Pflanzenkläranlage sorgt durch Verdunstungseffekte für eine Verbesserung des Mikroklimas und schafft neue, wertvolle Lebensbereiche für Flora und Fauna. Der Holzsteg mitsamt den großzügigen Stadtbalkonen ermöglicht neue Formen des Stadterlebens durch die Schaffung neuer Blickbeziehungen und Aufenthaltsbereiche. Auch die Freiräume unterhalb der Brücke erhalten neue Funktionen, die für eine Nutzungsmischung im Quartier sorgen und zur Aneignung des Stadtraums durch die Anwohnenden auffordern.“

Studierende Laura Jacobsen, Linda Kühnel, Isabella Bönke

© Karola Schäfermeier, David Dietrich

Ideenwettbewerb „Landgut 2050“

Herzlichen Glückwunsch an Karola Schäfermeier und David Dietrich!

Mit dem internationalen Ideenwettbewerb "Landgut 2050 · vernetzt – mobil - digital" suchte die Stiftung für Baukultur Thüringen nach Visionen und Strategien zur Zukunft des ländlichen Lebens und Wohnens, beispielhaft an drei Thüringer Standorten, die stellvertretend für zahlreiche Gemeinden und Städte in ganz Europa stehen können.
Karola und David wurden mit ihrem Projekt „Zusammen.Wachsen“ mit dem 1. Preis in der Studierendenkategorie ausgezeichnet.
Das Projekt zeigt – exemplarisch am Ort Stützerbach – wie auf der Grundlage eines Genossenschaftsmodells eine Vision für einen Ort entwickelt werden kann. Die Nutzung leerstehender oder untergenutzter Bestandsgebäude sowie ein Neubau lassen einen Genossenschaftswohnungspool entstehen, der dafür sorgt, dass räumliche Ressourcen des Ortes besser genutzt werden können und dadurch Gemeinschaft entstehen kann. In der Mitte des Ortes Stützerbach wird ein Neubau errichtet, der aus kleinen privaten Wohneinheiten und großzügigen gemeinschaftlich genutzten Flächen besteht. Ortsansässige Senior*innen beziehen die im Vergleich zum bisher genutzten Wohnraum kleineren neuen Wohneinheiten, was ein Freiwerden der bestehenden Einfamilienhäuser bewirkt. Das dem Konzept zugrundeliegende Genossenschafts- bzw. Finanzierungsmodell ermöglicht Jungfamilien, diese freien Häuser zu beziehen, ohne sich deswegen langfristig zu verschulden. Das Projekt zeigt ein kollektives, generationsübergreifendes Wohn- und Lebensmodell im ländlichen Raum, bei dem nicht das private Eigentum sondern geteilte Ressourcen zentrales Element sind.

competitionline campus 2022 – Anerkennung Studierendenarbeiten: "Namib Desert Cloud"

von Josephin Brewitt, Gabriyel Dari und Lorenz Sedlmayr

Projektbeschreibung:

Heute und in Zukunft werden diejenigen, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben, am stärksten davon betroffen sein. Zugleich haben die Menschen in diesen Regionen ein seit Generationen überdauerndes Wissen zum Leben und Bauen im Einklang mit der Natur entwickelt.
Das Lebensumfeld der Topnaar Community ist das Kuiseb-Delta am Fuße der Namib-Wüste, wo sich Flora und Fauna seit mehr als 80 Millionen Jahren an das aride Klima angepasst haben. Ein extremes Lebensumfeld, das jedoch wie vielerorts mit dem zu erwartenden Temperaturanstieg aus dem Gleichgewicht geraten wird.
Der Lebensalltag, sowie Kultur und Traditionen der Topnaar sind eng mit ihrem Tagesablauf verknüpft, der sich so stetig bewegt wie der Schatten der Sonne am Tag. Das Projekt knüpft an dieses Leben an - ergänzt, anstatt neu zu schreiben und versucht so einen auch in Zukunft resilienten Lebensraum zu gestalten.
Die Bodenressourcen rund um den Kuiseb bestehen hauptsächlich aus Sand und Lehm, die also allgegenwärtig und reichlich vorhanden sind. Das Projekt nutzt diese natürliche Ressource in Form von Sandsackwänden, die buchstäblich aus dem Boden wachsen und alle Elemente und Funktionen des täglichen Lebens in sich vereinen. Sie bestehen aus bereitgestellten Säcken, die mit dem Sand gefüllt und dann mit dem Lehm verputzt werden. Diese massiven Wandstrukturen kühlen zusätzlich den Innenraum und den Platz einer Hütte.
Die neu eingeführte Dachstruktur dient dazu in der Wüste Wasser zu sammeln, Schatten zu spenden und den Außenraum zu gliedern. Eine „Wolke“, die nach dem Vorbild der endemischen Pflanzen- und Tierwelt über den regelmäßigen starken Küstennebel Feuchtigkeit sammelt. Im textilen Netz kondensieren die Wassertropfen und laufen dann über Rinnen entlang von gleichmäßig angeordneten Pfeilern in dezentrale Wassertanks.
Beide Strukturen – Dach wie Wand - sind kontinuierlich erweiterbar: Angefangen als Intervention einzelner Gehöfte, zielt das Projekt darauf aus zu einem Dorf der Gemeinschaft zusammen zu wachsen. Das Herzstück dieses Zusammenhalts ist eine Gartenschule, in der traditionelles Wissen und Innovationen neuer Wissenschaften aufeinandertreffen. Sie wirkt als Impulsgeber und bietet Raum, in der Topnaar Community Gartenbau- und Wassergewinnungsmethoden zu etablieren und weiterzuentwickeln, um eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung zu ermöglichen.

© Valeria Shchipitsyna

Clara von Simson-Preis für „Urban Store“

Herzlichen Glückwunsch an Valeria Shchipitsyna, die im Frühjahr dieses Jahres mit dem Clara von Simson-Preis ausgezeichnet wurde.

Der Clara von Simson-Preis prämiert die besten Studienabschlussarbeiten (Diplom, Master) von Absolventinnen der TU Berlin, vorrangig aus den Natur- bzw. Technikwissenschaften. Bisher waren kaum Architekturabsolventen unter den Preisträgern vertreten. Daher gilt besonderer Dank der Unterstützung und Betreuung durch Prof. Jacob van Rijs!

„Die Masterthesis „Urban Store“ bietet ein Lösungsvorschlag für die Städte wie Berlin, Orte zu schaffen, die die Bevölkerung zum interkulturellen Austausch und einer nachhaltigen Lebensweise anregt. Derzeit werden in Berlin immer mehr Flächen mit überwiegend hochpreisigem Wohnungsbau und kommerziellen Bürobauten bebaut. Dabei gehen zunehmend öffentlicher Raum und Austauschorte in den Stadtteilen verloren. Gleichzeitig erstickt die Gesellschaft im Abfall ihrer Konsumsucht.
Die Masterthesis beschäftigt sich mit der derzeitigen Konsumentwicklung und den Ansätzen von Sharing Economy. Die erarbeitete Lösung ist ein „Urban Store“. Ein Zentrum, welches wie eine große Bibliothek der Dinge funktioniert und somit den Kiez- und Stadtbewohnern einen Ort bietet, wo sie nicht nur die Sachen des täglichen Gebrauchs ausleihen können, sondern auch ihre alten Geräte der Gemeinschaft zur Verfügung stellen. In dort angebotenen Workshops werden die Gegenstände gemeinsam in einer Werkstatt repariert. Der „Urban Store“ ist sowohl Plattform für ein Quartiersmanagement und Vereine, als auch einfach ein Ort, der von den Kiezbewohnern nach ihren Wünschen und Bedürfnissen genutzt werden kann. Neben der Recherche zur Sharing Economy, der Lösungsentwicklung und dem eigentlichen Entwurf ist ein wesentlicher Teil der Masterarbeit auch die umfangreiche Analyse der Stadt. Es ist wichtig, dass der Urban Store keine knappen Flächen für den Bau von Wohnraum belegt. Mittels einer empirischen Untersuchung und Typisierung von Berliner Grünflächen wurden Flächen identifiziert, die in Gemeinbedarfsflächen umgewidmet werden sollen und so für den Bau von „Urban Store“ Pavillons verfügbar werden. Der Pavillon wurde als Prototyp entwickelt und kann so auf jedem der drei entwickelten Grundstückstypen, die in jedem Kiez in Berlin zu finden sind, gebaut und dank eines modularen Systems auch an die Wünsche des unmittelbaren Umfeldes angepasst werden. Bei der technischen Konstruktion wurde auch auf kostengünstige, modulare Standardelemente zurückgegriffen, die die Finanzierbarkeit gewährleistet. Für den Entwurf wurden nicht nur neue technische Detaillösungen ausgearbeitet, sondern auch Materialien und Techniken in einem völlig neuen Kontext eingesetzt.
Urban Store soll zum Bauen für die Stadt und deren Bewohner anregen und zeigen, dass Architektur nicht nur innovative, soziale und technische Lösungsansätze braucht, sondern auch eine nutzenstiftende Aufgabe gegenüber der Bevölkerung hat.“

© Claus Steffan

Wichtigster Preis für Innovationen im Energiesektor der Schweiz geht an TU-Forschungsteam

Wissenschaftler der TU Berlin wurden zusammen mit der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Berliner Watergy GmbH mit dem schweizerischen Preis „Watt d‘Or 2020“ in der Kategorie Energietechnologien für außergewöhnliche Leistungen im Energiesektor ausgezeichnet. Im Rahmen des von der EU und der Schweiz geförderten Projektes „H-DisNet“ haben Prof. Dr. Felix Ziegler, Leiter des Fachgebiets Maschinen-und Energieanlagentechnik, und sein Mitarbeiter Reiner Buchholz sowie Prof. Claus Steffan, Leiter des Fachgebiets Gebäudetechnik und Entwerfen, und seine Mitarbeiter Dr. Martin Buchholz und Mathieu Provost von der TU Berlin ein innovatives thermo-chemisches Netzwerk entwickelt. Dieses kann Energie als chemisches Potenzial in einer Salzlösung beliebig lang und ohne Verluste speichern.

© Phil von Lueder

WUS-Förderpreis 2019 zu urbaner Landwirtschaft und Migration

Der World University Service (WUS) hat zwei Abschlussarbeiten zu Themen der Sustainable Development Goals (SDGs) ausgezeichnet. Der Preis wurde dieses Jahr geteilt und ging an Svenja Binz, Julia Mira Brennauer und Phil-Torben von Lueder und an Jennifer-Louise Robinson (Universität Osnabrück).
„In unserer Masterarbeit „Urban agriculture in camp communities: new perspectives“ haben wir uns mit den über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen palästinensischer Geflüchtetencamps beschäftigt. Mit Hilfe einer Analyse lokaler Abhängigkeitsverhältnisse und Stoffströme sind wir der Frage nachgegangen, inwiefern urbane Landwirtschaft als Werkzeug zur Klimawandelanpassung genutzt werden kann und welche Herausforderungen sich daraus für das Arbeiten in fragilen Kontexten ergeben. Die Masterarbeit ist als Diskussionsgrundlage zu verstehen, wie im Rahmen von Entwicklungszusammenarbeit Klimawandelanpassung in den prekären Verhältnissen palästinensischer Geflüchtetencamps funktionieren kann. Dabei ist es besonders spannend, Belange des Klimaschutzes in Räumen zu diskutieren, die durch Fluchterfahrungen geprägt sind.“

Die Arbeit wurde betreut von Philipp Misselwitz (Habitat Unit), Emily Kelling und Martina Löw (Fachgebiet Planungs- und Architektursoziologie).

Herzlichen Glückwunsch!

Beste Abschlussarbeiten 2019

Die Fakultät VI vergibt jährlich den Preis für die beste Abschlussarbeit. In der Folge finden Sie die diesjährigen Einreichungen der Studiengänge Master Typology
(M-ARCH-T) und Master Architektur. Der Fakultätsrat beschließt im Dezember die besten Arbeiten, die kurz darauf hier bekannt gegeben werden.

„Hortopie Jacobi“ Kategorie Master Architektur

Herzlichen Glückwunsch an Team Dis+Ko zur Auszeichnung ”Beste Abschlussarbeit“ in der Kategorie „Master Architektur“!

Wir schlagen die Masterthesis „Hortopie Jacobi“ als beste Abschlussarbeit vor. Im Kontext von Wohnraummangel und den Herausforderungen des Klimawandels beschäftigen sich die Studierenden mit der Umnutzung eines innerstädtischen Friedhofs im Berlin. Der 2019 geschlossene Friedhof an der Hermannstraße bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung von Nutzungsszenarien, die der Idee einer post-fossilen Gesellschaft Rechnung tragen. Aktuelle Diskurse um Eigentumsverhältnisse, Formen des Zusammenlebens bis hin zu ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit werden von den Absolvent*innen reflektiert und verbindliche Planungsgrundlagen erarbeitet. Dieser Prozess wurde kollektiv und interdisziplinär geführt. Die Absolvent*innen setzen die verschiedenen Programmbausteine der Gesamtplanung in eigenständige architektonische Entwürfe um. Die zuvor entwickelten städtebaulichen Rahmenbedingungen und Nutzungsszenarien dienen dabei nicht nur als Ausgangspunkt für die individuelle Entwurfsplanung, sondern auch als These, die rückgekoppelt an die Bearbeitung der Entwürfe geprüft und präzisiert wird. Diese Form der Zusammenarbeit und die Qualität der einzelnen Beiträge führt zu einer zukunftweisenden Masterarbeit, die nicht nur Studierenden Mut machen wird, sich mit Engagement und Zuversicht den künftigen Herausforderungen in den Bereichen Stadtplanung und Architektur zu stellen.
Die Jury des IfA: Nilhan Tezer, Nina Pawlicki, Jörg Stollmann, Hendrik Schultz

Verfasser*innen: Binta von Rönn, Flavia-Ioana Biianu, Julian Mönig, Lisa-Marie Kolbinger, Lisa Reis, Nina Wester, Samuel Reichl, Sina Jansen

„Villa Illudere" Kategorie M-ARCH-T

Herzlichen Glückwunsch an Frederik Springer zur Auszeichnung ”Beste Abschlussarbeit“ in der Kategorie „M-ARCH-T“!

Die Jurybeschreibung lautet:
Der Thesis liegt die Hypothese zu Grunde, dass die erfolgreiche Arbeit von Architekt*innen bei aller Professionalität immer einen gewissen Anteil an Projektion, Spekulation und Überredungskraft erfordert, welcher provokativ als Hochstapelei überzeichnet wird. Neben dem architektonischen Entwurf, bedient sich die Arbeit den Medien des literarischen Romans, der Performance und der Ausstellung. Inhaltlich bietet die Arbeit einen Diskurs über das Verhältnis von Wahrheit und Lüge in der Architektur und einen spannenden politischen Aspekt: der Entwurf, der im wohlhabenden Berliner Stadtteil Zehlendorf auf dem Grundstück eines Spielplatzes einen großmaßstäblichen Wohnungsbau vorschlägt, welcher bezahlbares Wohnen und gemeinnützige Quartiersfunktionen in das „Gewand“ einer Villenarchitektur kleidet. Die Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Theater, Literatur und Architektur. Es gelingt dem Absolventen philosophische und literarische Bezüge spielerisch und diskursiv in seine Arbeit einzubinden. Sie entwickelt, ausgehend von einem kritischen Blick auf die architektonische Berufspraxis, ein vielversprechendes Handlungsfeld politisch motivierten Entwerfens sowie dessen öffentlichkeitswirksames Einbringen in aktuelle stadtpolitische Debatten.


Verfasser: Frederik Springer

"hochgestapelt" Kategorie Master Typology

Verfasser: Frederik Springer

© Christian Haid

"Soziale Stadt" Hartmut-Häußermann-Preis

Dr. Christian Haid (FG Misselwitz) erhielt den Häußermann Preis 2019 “Soziale Stadt” für seine Monographie “City Life in Limbo – Globalizing Urban Informality and (In)Stabilites in Informal Practice”

Master Architektur

"Haus der Lüste": Sexarbeit und Sexualisierungsprozesse

Algenblüte Instanbul: hybride Produktionsanlage

Umbau eines Künstlerhauses in Vasbühl

Nexus of Istanbul - Master Architektur