Technische Universität Berlin

Gleichstellung und Diversität – jede*r ist anders, alle sind gleich

Viel ist erreicht – viel ist noch zu tun

Mit Herta Hammerbacher wurde 1950 die erste Frau auf eine Professur an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) berufen. Heute sind von 355 Professuren 74 weiblich. Es ist also noch viel zu tun. Dabei ist und bleibt es vorrangiges Ziel der TU Berlin, den Frauenanteil sowohl bei den Studierenden, bei den Absolvent*innen, den Promovierenden und vor allem bei den Professuren sowie in den Leitungspositionen in der Verwaltung zu erhöhen. Dazu hat die Universität ein Gleichstellungskonzept erarbeitet und darin Ziele bis 2020 definiert. So soll es keine Studiengänge mehr geben, in denen der Anteil der Studentinnen unter 20 Prozent liegt. Der Frauenanteil bei W2/W3-Professuren soll bis 2020 um fünf Prozentpunkte erhöht werden.

Vielfältige Maßnahmen und Instrumente stellen sicher, dass diese Ziele erreicht werden und die Situation der weiblichen Hochschulangehörigen verbessert wird.

Chancengleichheit und Diskriminierungsfreiheit zu gewährleisten und die Pluralität der Weltbilder und Lebensformen auch in Lehre und Forschung zu berücksichtigen, gehört zum Leitbild der TU Berlin.

Für Mitarbeiterinnen: Was wir anbieten

Doktorandinnen der Universität werden im Programm „proMotion“ während der gesamten Promotionsphase unterstützt durch Weiterbildungsangebote, Coaching und Beratung sowie durch die interdisziplinäre Vernetzung untereinander.

Wird nach der Promotion der Weg in der Wissenschaft weiter verfolgt, bietet das hochschulübergreifende Programm „ProFiL“ Postdoktorandinnen auf dem Weg zur Professur Unterstützung durch Mentoring, Training und Vernetzung. Mit der Internationalen Postdoc-Initiative IPODI können internationale Wissenschaftlerinnen, die an der Technischen Universität Berlin ein eigenes Forschungsvorhaben durchführen möchten, eine eigene Stelle einwerben.

Neuberufenen und etablierten Professorinnen bieten wir durch ein externes Coaching die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären, Entwicklungsprozesse zu reflektieren und selbst zu gestalten.

Das nichtwissenschaftliche Personal, also die Mitarbeitenden in Technik und Verwaltung, in den sogenannten wissenschaftsstützenden Positionen, ist ebenso von großer Bedeutung für den Erfolg in Forschung und Lehre. Traditionell gehören dieser Gruppe viele weibliche Beschäftige an, die wir explizit in den Blick nehmen. Dazu gehört unter anderem das Seminarprogramm für Beschäftigte in Sekretariaten mit insgesamt 45 Plätzen. Der berufsbegleitende viersemestrige Weiterbildungsstudiengang Wissenschaftsmanagement/Wissenschaftsmarketing richtet sich neben Wissenschaftler*innen  ebenso an Beschäftigte des mittleren, gehobenen als auch des höheren Dienstes.

Die in immer mehr Arbeitsbereichen praktizierten regelmäßigen Jahresgespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden sollen dazu beitragen, die Potenziale von Mitarbeitenden zu erkennen, sie in ihrer beruflichen Entwicklung optimal zu fördern und ihre Teilhabe an der Entwicklung der Universität zu sichern.

Das Netzwerk com.TUgether von und für Beschäftigte in Verwaltung und Technik setzt sich dafür ein, über die Fakultäten, Einrichtungen und Abteilungen hinweg die Zusammenarbeit zu stärken, Kommunikation und Austausch zu verbessern und die Interessen dieser Beschäftigtengruppe zu vertreten.

Der Servicebereich Personalentwicklung und Weiterbildung setzt auf regelmäßige Schulungen zum Thema Gender und Diversität.

Beratung zur Karriereentwicklung, aber auch bei Fällen von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt insbesondere für die weiblichen Hochschulangehörigen bieten die Frauenbeauftragten der Technischen Universität Berlin.

Aus der Wirtschaft zurück an die Universität

Die „Joint Programmes“ sind das erste Projekt an einer Universität in Deutschland, das alternative Karrierewege von Frauen und die Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Universität fördert. Die Frauen werden dazu von ihren Unternehmen für ein bis zwei Semester freigestellt, um an der Technischen Universität Berlin als Gastprofessorin zu lehren und zu forschen.

Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie

Neben der individuellen Förderung verfügt die Universität über ein ausdifferenziertes Angebot, das die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie erleichtern soll. Dieses Angebot umfasst die Themen Flexibilisierung der Arbeitszeit, Kinderbetreuung an Brückentagen und kostenloses Mensaessen für Kinder genauso wie die Pflege von Angehörigen, Elternteilzeit sowie Sport- und Reiseangebote für Familien und Schwangere. Der Servicebereich Familienbüro ist Anlaufstelle für all diese Belange. Neuberufene Professor*innen finden mit ihrer*m Partner*in und Kind beim Dual Career Service spezifische Unterstützung.

Diversität – Vielfalt als Potenzial

Von den Studierenden an der Technischen Universität Berlin hat fast jede*r vierte einen ausländischen Pass. Menschen aus mehr als 130 Nationen lehren, forschen und studieren an der Technischen Universität Berlin. Nicht nur darin spiegelt sich die Vielfalt der Hochschulangehörigen wider. Auch in Bezug auf kulturelle und soziale Herkunft, Religion und Weltanschauung, sexuelle und geschlechtliche Identität sowie Alter und körperliche Verfasstheit unterscheiden sich die Mitglieder der Technischen Universität Berlin. Die Zusammenarbeit und das alltägliche Miteinander frei von Diskriminierung zu gestalten und allen gleiche Chancen sowohl beim Studium, in der Forschung und Verwaltung einzuräumen ist ein zweites zentrales Anliegen der Universität.

Das Diversitätsmanagement der Technischen Universität Berlin zielt daher sowohl auf den bewussten Umgang mit Vielfalt unserer Hochschule, als auch auf den Abbau diskriminierender Strukturen und Verfahrensweisen. Vielfalt wird als Potenzial verstanden.

Deshalb widmet sich die Technische Universität Berlin verstärkt dem Thema Diversität und entwickelt die Strategie Equality@TUB.

Ausgezeichnet: audit familiengerechte Hochschule und TOTAL E-QUALITY Prädikat

Dass sich die Anstrengungen der Technischen Universität Berlin lohnen, zeigt die Zertifizierung der Universität mit dem audit familiengerechte Hochschule und dem TOTAL E-QUALITY Prädikat. Beide Auszeichnungen erhielt die Universität 2018 bereits zum vierten Mal.

Das audit familiengerechte Hochschule honoriert die Bemühungen, die Rahmenbedingungen für Studierende und Beschäftigte mit Kindern und/oder pflegebedürftigen Angehörigen zu verbessern und das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie nachhaltig in allen Prozessen und Strukturen zu verankern.

Das TOTAL E-QUALITY Prädikat und in 2018 erstmals auch das Zusatzprädikat Diversität erhielt die Technische Universität Berlin für ihr klares Bekenntnis zu Vielfalt. In der Begründung der Jury heißt es: Die Technische Universität Berlin geht „innovative Wege mit zielgruppenspezifischen Maßnahmen. Das unterscheidet sie deutlich von anderen Hochschulen.“

Die Macher*innen

Auf höchster Ebene liegen Gleichstellung und Diversität in der Zuständigkeit der Vizepräsidentin für Strategische Entwicklung, Nachwuchs und Lehrkräftebildung Prof. Dr. Angela Ittel. Maßnahmen, Instrumente und Strategien zu entwickeln und umzusetzen ist zudem die Aufgabe von vielen Akteur*innen und Ansprechpersonen: Das sind die Zentrale Frauenbeauftrage und ihr Team, das Gleichstellungscontrolling, die Plattform zur Umsetzung der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards (PUG), die nebenberuflichen Frauenbeauftragten der Fakultäten und Zentraleinrichtungen, Beiräte der Frauenbeauftragten, das Familienbüro, der Dual Career Service, das Nachwuchsbüro, das Schulbüro, der Personalrat und der Personalrat der studentischen Beschäftigten, Frauenreferat und Queerreferat des AStA sowie die psychologische Beratung und Sozialberatung.

Gleiche Chancen für alle und ein fairer Umgang miteinander gehen alle an. Nur wenn sich alle Mitglieder der Universität gemeinsam im Großen wie im Kleinen alltäglich dafür einsetzen, gelingt es, diese Universität zu einem Ort zu machen, an dem alle die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, sich zu entfalten und ihr Bestes zu erreichen. Tatkräftig unterstützen dabei diese Akteur*innen.

Auf die Plätze, fertig, los! Der Einstieg in die Universität

In die Schulen!

Mit dem Techno-Club bemüht sich die Technische Universität Berlin speziell um Schülerinnen. Sie lernen Studiengänge kennen, die bislang eher als Männerdomäne gelten, und werden bei der Studienfachwahl unterstützt. Das betrifft vor allem die MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik.

Studentin an einer technischen Universität

Studentinnen, die Interesse an Forschung haben, finden Förderung im Projekt „proScience“. Auch zusätzliche Kurse, die sie während des Studiums unterstützen, werden hier angeboten. Die besten Studienabschlussarbeiten von Absolventinnen in den Natur- und Technikwissenschaften werden jährlich mit dem Clara von Simson-Preis ausgezeichnet.

Gender- und Diversitätskompetenzen entwickeln

Gender und Diversität sind auch Gegenstand der Forschung an der Technischen Universität Berlin. Am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) können Studierende jeden Geschlechts am Zertifikatsprogramm „Gender Pro MINT“ teilnehmen und dabei lernen, Gender- und Diversitätskompetenzen in der Technikgestaltung, in Forschungsprojekten und in Planungsverfahren umzusetzen.