Fachgebiet Audiokommunikation

Hinweise und Regeln für Abschlussarbeiten

Die Abschlussarbeit ist eine weitgehend selbstständig (d. h. betreut) erarbeitete und allein verfasste schriftliche wissenschaftliche Arbeit zu einem ausgeschriebenen oder selbst vorgeschlagenen und mit den Betreuern vereinbarten Forschungsthema. Sie beinhaltet eine schriftliche Ausarbeitung, einen digitalen Anhang und eine mündliche Präsentation.

Ausschreibungen

Aktuell ausgeschriebene Themen haben Bezug zu laufenden Forschungsprojekten am Fachgebiet und sind somit in einen größeren Forschungskontext und ein Forschungsteam eingebettet (siehe Abschlussarbeiten). Die Liste der Ausschreibungen wird fortlaufend aktualisiert.

Extern betreute Arbeiten

Themen können auch von außeruniversitären Einrichtungen (wie Max-Planck-Instituten, Fraunhofer-Instituten) oder von den Forschungsabteilungen einschlägiger Unternehmen angeboten und betreut werden. Auch hier muss jedoch der wissenschaftliche Charakter der Arbeit hinreichend deutlich und eine hinreichend qualifizierte Betreuung vor Ort sichergestellt sein. Die Arbeit wird dann durch die externe Institution und das Fachgebiet gemeinsam betreut und durch den*die Betreuer*in vor Ort und eine*n Professor*in der TUB, im Studiengang AKT in der Regel Prof. Weinzierl, begutachtet. In Ausnahmefällen kann die eingereichte Arbeit in solchen Fällen mit einem Sperrvermerk versehen werden, wodurch sie nur den Gutachtern zugänglich ist.

Exposé

Nach der Themenwahl ist Inhalt, Methode und zeitlicher Ablauf der geplanten Abschlussarbeit in einem Exposé zu skizzieren. Siehe hierzu die Anleitung zum Verfassen eines Exposés.

Form der Arbeit

Die Arbeit wird in Form einer wissenschaftlichen Publikation abgegeben (Journal- bzw. Konferenzbeitrag oder Monografie). Die Form der Publikation wird gemeinsam mit den Betreuern der Arbeit festgelegt. Layout und Umfang der Arbeit folgen dann den Richtlinien des gewählten Mediums, also z. B. des Journals oder des Verlags im Falle einer Monografie. Zusätzlich sind der Arbeit Deckblatt, Eidesstattliche Erklärung und Inhaltsverzeichnis nach den Vorgaben der TU Berlin hinzuzufügen.

Bearbeiter*in und Betreuer*in entscheiden nach Abgabe der Masterarbeit, ob der Text beim jeweiligen Medium (Journal, Konferenz, Verlag) tatsächlich eingereicht wird. Sollten hierfür weitere Arbeiten erforderlich sein, können diese im Rahmen des Moduls "Wissenschaftliches Schreiben" mit 6 zusätzlichen Leistungspunkten honoriert werden. Alternativ können ausgewählte Arbeiten auch über das Forschungsdatenrepositorium der TUB (DepositOnce) veröffentlicht werden.

Zitierweise

Die in der Arbeit verwendete Zitierweise ist in der Regel durch das zu Beginn vereinbarte Publikationsformat vorgegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, empfehlen wir den APA Style, der in den Natur- und Geisteswissenschaften gleichermaßen verbreitet ist.

Digitaler Anhang

Zusätzlich zur schriftlichen Arbeit wird ein digitaler Anhang beim Fachgebiet Audiokommunikation (bei ihrem*ihrer Betreuer*in) eingereicht. Dieser enthält

  • Die Abschlussarbeit als PDF
  • Ein Forschungstagebuch (siehe unten)
  • Primäre Forschungsdaten (siehe unten)
  • Volltexte der im Literaturverzeichnis aufgeführten Publikationen als PDF mit der Namenskonvention AutorNachname (Jahr)_Titel der Publikation.pdf
  • Das in der Arbeit abgedruckte Literaturverzeichnis als separate Datei, bevorzugt als Textdatei in BibTeX-Syntax oder im RIS-Dateiformat.

Forschungstagebuch

Je nach Format der Abschlussarbeit ist es möglich, dass nicht alle Informationen in den Hauptteil des Textes eingehen können. Diese, zwischen Bearbeiter*in und Betreuer*in vereinbarten Informationen können in Form eines Forschungstagebuchs Teil des digitalen Anhangs werden, etwa:

  • Ergebnisse der Literaturrecherche
  • Dokumentationen von Experimenten, Messungen, Hörversuchen und Umfragen
  • Dokumentation von Auswertungen der Rohdaten

Auch wenn kein Forschungstagebuch eingereicht wird, kann es als Basis für die schriftliche Ausarbeitung der Abschlussarbeit hilfreich sein, ein solches zu führen.

Primäre Forschungsdaten

Als primäre Forschungsdaten werden alle für die Reproduktion der Arbeit erforderlichen Daten verstanden. Die Forschungsdaten sind in Form einer Readme-Datei oder durch das Forschungstagebuch zu dokumentieren. Forschungsdaten umfassen beispielsweise:

  • Selbst erzeugte Daten (Audio-Aufnahmen, Impulsantworten, Ergebnisse von Hörversuchen und Umfragen, etc.)
  • Daten aus anderen Quellen (wie oben, aber aus öffentlichen oder geschlossen fremden Quellen)
  • Skripte und Software für die Erzeugung der Rohdaten (Messskripte, Fragebögen, etc.)
  • Skripte und Software für die Auswertung der Rohdaten (Processing, statistische Analyse, etc.)

Diese Daten können bei der Publikation in Fachzeitschriften häufig als digitaler Anhang (Supplemental material) oder alternativ im Forschungsdatenrepositorium der TUB (DepositOnce) als begleitende, elektronische Publikation mit veröffentlicht werden.

Abschlusspräsentation

Zur Prüfungsleistung gehört nach Fertigstellung der Arbeit eine 20-minütige hochschulöffentliche Präsentation mit anschließender Diskussion. Die Präsentation findet in der Regel im Forschungskolloquium statt, wofür unmittelbar nach Abgabe der Arbeit ein Termin vereinbart werden kann. Die Präsentation soll in der Regel folgende Aspekte behandeln, mit Zeitangaben als grobe Orientierungshilfe:

  • Motivation und Stand der Forschung (ca. 5 Minuten)
    • Womit beschäftigt sich die Arbeit?
    • Wofür sind Fragestellung und Ergebnisse wichtig?
    • Welche relevanten Vorarbeiten gibt es?
    • Was macht den Neuigkeitswert der Arbeit aus?
    • Aufwelchen theoretischen Grundlagen basiert die Arbeit?
    • Welche Hypothesen wurden geprüft (falls relevant)?
  • Methoden und Ergebnisse (ca. 12 Minuten)
    • Was wurde gemacht?
    • Wie wurde es gemacht?
    • Was sind die Ergebnisse?
  • Diskussion und Ausblick (ca. 3 Minuten)
    • Wie sind die Ergebnisse einzuordnen?
    • Wurden die Hypothesen bestätigt?
    • Was ist der Erkenntnisfortschritt gegenüber dem Stand der Forschung?
    • In welche Richtung könnte weiter gearbeitet werden?

Oft können nicht alle Ergebnisse der Arbeit in 20 Minuten präsentiert werden. In diesem Fall kann sich die Präsentation auf die wichtigsten und relevantesten Ergebnisse fokussieren. Zielgruppe der Präsentation ist ein akademisch versiertes, aber nicht unbedingt mit dem Thema der Arbeit vertrautes Publikum.

Bewertung

Worauf bei den Gutachten im Einzelnen geachtet wird, geht aus den Bewertungskriterien für Abschlussarbeiten hervor. Die schriftliche Ausarbeitung geht zu 75 % in die Note ein, die Präsentation zu 25 %.

Als Service finden Sie:

Mitarbeiterern stehen als elektronische Ressourcen mehrere am Fachgebiet gepflegte Datenbanken zur Verfügung, darunter:

  • eine Volltext-Datenbank der wichtigsten Periodika und Tagungsberichte zur Audiotechnik
  • die Internationale Dokumentation Elektroakustischer Musik, ein Verzeichnis von über 23.000 Werken der elektroakustischen Musik und Klangkunst
  • eine Mediathek mit über 2000 CDs, DVDs, analogen und digitalen Bändern

Hinweise zum Verfassen eines Exposes

Die erste umfassende schriftliche Darstellung eines Forschungsvorhabens erfolgt nach der Orientierungs- und Planungsphase in Form eines Exposés. Es beschreibt in allgemeinverständlicher Weise alle wesentlichen Aspekte des künftigen Projekts hinsichtlich Forschungszusammenhang, Forschungsthema, Fragestellung, Methoden, Quellen und Ressourcen.

Es ist notwendig bzw. sinnvoll

  • für die Anmeldung von Forschungsarbeiten (Abschlussarbeiten, Dissertationen)
  • für Stipendien- und Forschungsanträge
  • als Indikator für Praktikabilität und inhaltliche Konsistenz
  • als Diskussionsgrundlage
  • als Ausgangspunkt für die detailliertere Planung eines Forschungsvorhabens. 

Sowohl die Erarbeitung des Exposés, die oft zum ersten Mal eine klare Strukturierung und Verbalisierung der Forschungsidee erfordert, ist für den Forscher bzw. die Forscherin von Nutzen, als auch das fixierte Ergebnis, das für die Dauer des Forschungsprojekts einen thematischen, methodischen und planungsmäßigen Anker bildet – unabhängig davon, wie weit man sich schließlich von ihm entfernt. Für Exposés gibt es keine einheitlichen Vorgaben. Im Fachgebiet Audiokommunikation sollen Exposés für Abschlussarbeiten einen Umfang von 3-4 Seiten Text haben (Arial 11 Punkt einzeilig), bei Dissertationen ist ein Umfang von 6-8 Seiten üblich, während Anträge für Stipendien und Projektanträge auch einen Umfang von 10-15 Seiten erfordern. Das Exposé sollte folgenden Aufbau haben: 

Abstract

Stark verkürzte, überblicksartige Darstellung von Forschungsbedarf, Fragestellung, Methode, erwartetem Ergebnis und Nutzen. 

Einleitung

Kurzes Umreißen des Themengebiets mit schneller Fokussierung auf den zu untersuchenden Gegenstand. Hierzu können technikhistorische Aspekte oder eine Forschungstradition skizziert, ein bestehender theoretischer Hintergrund erhellt, eine Einordnung in Forschungsdisziplinen vorgenommen und ggf. ein persönliches Forschungsinteresse dargelegt werden. Die Einführung des Themengebiets sollte auf eine konkrete Fragestellung zugespitzt werden, gleichzeitig soll die Relevanz des Themas deutlich werden, z.B. mit Hinblick auf Gesellschaft, Grundlagenforschung oder konkrete Anwendungen. 

Stand der Forschung

Überblick über bestehende Arbeiten im thematisch näheren Forschungsbereich. Der*die  Autor*in vermittelt hier zum einen seine Kenntnis der Materie und zeigt zum anderen Forschungsdefizite und ggf. Anknüpfungspunkte an bestehende Arbeiten auf. Daraus ergeben sich die Forschungsrelevanz, eine weitere thematische Eingrenzung sowie mögliche methodische Ansätze. 

Methoden

Die zur Beantwortung der oben skizzierten Fragestellung eingesetzten Methoden sollen benannt und ihre Eignung kurz begründet werden. Dabei kann es sich um eine Quellenrecherche, eine qualitative oder quantitative Analyse, ein empirisches Verfahren (mit Versuchsdesign, Wirkkriterien, Bedingungsvariation, Stichprobe, Operationali­sie­rung bzw. Mess­instru­ment, technischen Mitteln und statistischer Auswertung) oder ein technisches Verfahren handeln. Auch hier ist ein Hinweis auf methodische Fachliteratur und methodisch vergleichbare Untersuchungen angebracht. Sofern Quellenarbeit im Vordergrund steht, Beschreibung und Einschätzung der Quellenlage hinsichtlich Art, Umfang, zu erwartender Relevanz und Erschließbarkeit, evtl. auch in Form einer Tabelle oder einer Skizze. An dieser Stelle sollte auch auf bestehende Absichtserklärungen und Vereinbarungen (z.B. mit Archiven, Laboren, Kooperationspartnern) hingewiesen werden. 

Vorarbeiten

Sofern bereits eigene Vorarbeiten geleistet wurden, die über die Untersuchungsplanung hinausgehen (z. B. umfangreiche Recherchen, Herstellung von Untersuchungsobjekten oder Forschungswerkzeugen, Vorversuche), sollten diese aufgeführt werden mit Hinweis auf konkrete Anknüpfungspunkte. 

Arbeits- und Zeitplan

Eine vorläufige Strukturierung des für das Projekt zur Verfügung stehenden Zeitraums in Form eines Arbeitsplans dokumentiert eine realistische Einschätzung von Ablauf, Struktur und Umfang der zu erwartenden Forschungsarbeit. Dabei empfiehlt sich für kleinere Projekte ein Wochen-, für größere ein Monatsraster. Innerhalb dieser Einheiten können mehrere kleine Arbeitsschritte aufgeführt werden. 

Literatur

Verzeichnis der im Exposé verwendeten Literatur. Es sollte bereits die für die Untersuchung zentralen Publikationen enthalten, auch wenn im Laufe der Arbeit noch weitere Quellen und Referenzen erschlossen werden.

Hilfreiche Literatur:

Kruse, Otto (2005). Keine Angst vor dem leeren Blatt: ohne Schreibblockaden durchs Studium. (Campus concret; 16). 11. Aufl. Frankfurt/Main, New York: Campus.

Karmasin, Matthias und Ribing, Rainer (2006). Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. (UTB 2774), Wien: WUV Facultas

Bewertungskriterien für Abschlussarbeiten

Thema und Fragestellung

  • Relevanz
  • Umfang
  • Neuigkeitsgehalt
  • Klarheit des Forschungsgegenstands

Darstellung

  • Verständlichkeit
  • Stringente Gedankenführung (innere Gliederung)
  • Konzise Formulierung
  • Angemessenheit von Referenzierungen
  • Objektivität
  • Korrekte Grammatik und Orthografie
  • Schriftsprache

Aufbau der Arbeit

Die äußere Gliederung

  • entspricht wissenschaftlicher Form
  • ist inhaltlich sinnvoll

Äußere Form

  • Layout und Satz
  • Verzeichnisse: Vollständigkeit und korrekte Platzierung
  • Äußere Gliederung folgt einheitlichem Klassifikationsprinzip
  • Konsistenz von Formatierungen und Auszeichnungen
  • Konsistente Anwendung eines einschlägigen Literaturverweisungssystems (Literaturverzeichnis, Belege, Zitate)

Quellenarbeit

Der Stand der Forschung sowie Quellen zur Methodik

  • sind umfassend aufgearbeitet und
  • korrekt referenziert

Eigenleistung

  • Denkfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Eigenständige Arbeitsweise
  • Aufwand (technisch, methodisch, Erhebung, Recherche)

Inhalt fachlich und methodisch

  • Systematischer Überblick über Forschungsbereich mit Verortung des Forschungsthemas
  • Gedankliche Durchdringung
  • Expertise
  • Sachliche Richtigkeit
  • Korrekte Terminologie
  • Erkenntnisgewinn oder Nutzwert

Besondere Leistungen

soweit nicht vom Raster abgedeckt